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Bloß nicht jucken oder kratzen!

Ursachen und Krankheitsverlauf von Neurodermitis

Was ist Neurodermitis?

Die Diagnose Neurodermitis wird seit einigen Jahrzehnten immer häufiger gestellt. Heute leiden ca. 4 Millionen Menschen deutschlandweit unter dieser chronisch-entzündlichen Hautkrankheit. Bei der Neurodermitis, geläufig auch als „atopische Dermatitis“, „atopisches Ekzem“ oder „endogenes Ekzem“, handelt es sich um eine oftmals vererbte Überempfindlichkeit der Haut. Die Haut ist trocken, rissig, gerötet und hoch empfindlich gegenüber Keimen und Allergenen. Das größte Problem für die Betroffenen, vor allem für Säuglinge und Kleinkinder, ist der Umgang mit dem quälenden Juckreiz.


Neurodermitis verläuft bei jedem Betroffenen individuell, oft variieren die Symptome abhängig vom Lebensalter. Die Krankheit tritt schubweise und ohne ersichtliche Ursachen in unterschiedlicher Dauer und Stärke auf, von nahezu symptomfreien bis zu hoch akuten Stadien. In den akuten Stadien ist das Krankheitsbild geprägt von entzündlichen, schuppenden, teils nässenden Ekzemen auf der Haut, meist an Gesicht, Hals, Armbeugen und Kniekehlen. Der damit einhergehende starke Juckreiz erhöht den Leidensdruck der Betroffenen in besonderem Maße. Nächtliche Juckattacken, die mit Kratzen beantwortet werden, fügen der empfindlichen Haut Verletzungen zu. Das zieht weitere Hautirritationen nach sich und es beginnt ein wahrer Teufelskreis. Der dauerhaft gestörte Schlaf wiederum wirkt sich belastend auf den Alltag aus. So stellt die Neurodermitis oftmals eine massive psychische Herausforderung für die Betroffenen dar, aber auch für die Eltern erkrankter Kinder.

Die meisten Betroffenen erkranken schon vor dem ersten Lebensjahr, viele bis zum 5. Lebensjahr. Anzeichen beim Säugling sind verkrustete und nässende Hautveränderungen (Milchschorf) erst am Kopf und später auch an weiteren Körperstellen. Häufig verschwindet oder verbessert sich die Erkrankung, doch bleibt das Risiko, einen Rückfall zu erleiden oder Allergien wie Heuschnupfen oder allergisches Asthma auszubilden.

Ein Teufelskreis namens Neurodermitis
Neurodermitis - ein Teufelskreis
Durch Neurodermitis geschädigte Haut ist anfälliger für Allergene: Der gereizte Zustand erleichtert den Allergenen das Eindringen in die Haut. Die Haut wird angegriffen und die Irritationen verleiten zum Kratzen, was den Hautzustand wiederrum verschlechtert, oft noch weitere Bakterien herbeiführt und die Haut durchlässiger und anfälliger macht – ein Teufelskreis.

Wie entsteht und entwickelt sich Neurodermitis?

Bei Neurodermitis handelt es sich wahrscheinlich entweder um einen Defekt in der obersten Hautschicht oder um eine immunologische Störung, bei der die Entzündung der Haut erst die Folge einer allergischen Reaktion ist. Die Ursachen sind in ihrer ganzen Komplexität noch nicht hinreichend geklärt. Experten gehen davon aus, dass bei der Neurodermitis mehrere Faktoren beteiligt sind: die genetische Veranlagung, immunologische (das körpereigene Immunsystem betreffend) Veränderungen und Umweltfaktoren. 

Eine gesunde Haut versorgt sich selbst mit Fett und Feuchtigkeit, ist undurchlässig und schützt den Menschen vor Wasserverlust und äußeren Reizen. Sie bildet eine starke physikalische Barriere gegen „Angriffe“ von außen. Bei der an Neurodermitis erkrankten Haut ist die natürliche Fett- und Feuchtigkeitsversorgung der Haut schwer gestört. Sie trocknet aus und reagiert überempfindlich auf Reize, die einer gesunden Haut nichts anhaben können, etwa Schweiß, raue Textilien, Pflegepräparate oder kleine Verletzungen. Die Haut wird durchlässig für Allergene (Allergien auslösende Stoffe) und anfällig für Hautinfektionen. Ihre Barrierefunktion ist entscheidend gestört und sie kann den Organismus nicht mehr hinreichend schützen. 

Neurodermitis-Patienten weisen oftmals eine erhöhte Sensibilisierung gegen Umweltallergene aus (Nahrungsmittel, Pollen, Hausstaub/ Milben, Tierhaare, Pilze ...) und erkranken häufiger an Allergien wie Heuschnupfen oder allergischem Asthma. Darüber hinaus besteht eine hohe Neigung zu viralen und bakteriellen Infektionen. 

Neben der genetischen Prädisposition sind zahlreiche weitere Faktoren in der Diskussion, die möglicherweise eine Neurodermitis begünstigen können. Etwa die Einnahme bestimmter Medikamente (Antibiotika, Steroide), psychosomatische Faktoren, die Umweltverschmutzung, Rauchen, Stress, eine erniedrigte Stimulation des Immunsystems oder die „westliche“ Lebensweise als solche (Neurodermitis als "Zivilisationskrankheit").

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